Heidelberg, Czernyring Jubiläumsausgabe · Oktober 2003
Fünfzig Jahre nachdem ein junger Maschinenschlosser mit einem selbstgebauten Motorrad-Gespann durch Heidelberg tuckerte,
um nachts betrunkene Zeitgenossen und havarierte Mopeds heimzubringen,
feierte die Firma Scholl GmbH im Oktober 2003 ihr goldenes Jubiläum –
mit Blumen, Buffet und einer Belegschaft, die stolz darauf ist, seit über einem halben Jahrhundert
„in einem modernen Familienbetrieb“ zu arbeiten.
Was 1953 mit einer Bretterbude in der Bahnhofstraße begann, ist heute ein Name, der sich fest in den Heidelberger Sprachschatz eingeschlichen hat:
Wenn ein Kind morgens nicht aus dem Bett kommt oder der Ehemann mal wieder zu lange auf dem Sofa sitzen bleibt, fragt man in Heidelberg noch immer scherzhaft:
„Soll ich etwa den Scholl holen?“ – und wenn draußen ein besonders wahnsinniges Fahrzeug vorbeirollt, heißt es schlicht: „Guck mal, da kommt ein Scholl.“
Und so schließt sich der Kreis:
Was 1953 als Ein-Mann-Betrieb mit Seitenwagen begann, feierte sich 2003 als 35-köpfiges Familienunternehmen mit eigener Kranflotte,
eigenem Sprichwort und einer Erfolgsgeschichte, die – ganz Heidelberg weiß es – bis heute weitergeschrieben wird.
Guck mal, da kommt ein Scholl.
Und offenbar kommt er noch lange.