Rad- und Fahrwegbrücke Zwingenberg:

Ein Meisterwerk der Ingenieurskunst und Kranlogistik (Teil 2)

Die Kranlogistik im Detail: Millimeterarbeit über dem Neckar

Die Montage der Rad- und Fahrwegbrücke Zwingenberg war eine logistische Meisterleistung, 

bei der die Karl Scholl GmbH eine Schlüsselrolle spielte. 

Insbesondere der Pylon-Hub und die Tandemhubs der Fahrbahnsegmente erforderten höchste Präzision und den Einsatz leistungsstarker Großkrane.

 

Der Pylon-Hub: Präzision in luftiger Höhe

Ein entscheidender Moment war das Aufrichten des 38 Meter hohen Pylons. 

Hierfür kamen zwei Großkrane im koordinierten Zusammenspiel zum Einsatz: der Liebherr LTM 1250 (von Scholl) und der Liebherr LTM 1500 (von Weiland). 

Diese Krane positionierten den Pylon millimetergenau auf dem Widerlager. 

Die Sicherung erfolgte durch massive Schrägstützen, wobei die Herausforderungen durch Wind und den begrenzten Platz auf der Baustelle gemeistert werden mussten. 

Die akribische Planung im Vorfeld war entscheidend, um diesen kritischen Hebevorgang erfolgreich durchzuführen.

 

Tandemhubs der Fahrbahnsegmente: Schwertransporte über dem Fluss

Die Fahrbahn der Brücke besteht aus mehreren tonnenschweren Segmenten, die ebenfalls mit Großkranen eingehoben werden mussten. 

Hierbei kam es zu sogenannten Tandemhubs, bei denen zwei Krane gleichzeitig ein Segment anhoben und präzise positionierten. 

Die eingesetzten Krane, darunter der AC 500-2 und der LTM 1500-8.1, bewiesen ihre Leistungsfähigkeit. 

Die Montage erfolgte oft unter erschwerten Bedingungen, wie Stephan A. in seinen Berichten festhielt: 

„Regen, Donner und Blitz – genau das Richtige“. 

Trotz des schlechten Wetters und des engen Zeitplans wurden die Segmente erfolgreich gehoben und mit Schrägseilen gesichert. 

Hydraulische Hebezylinder ermöglichten die Feinjustierung vor dem finalen Verschweißen auf provisorischen Hilfsstützen.

 

Logistik am Limit: Zeitplan und Herausforderungen

Die Baustellenlogistik war eine weitere große Herausforderung. 

Die Bundesstraße B37 musste für die Dauer der Hauptmontage vollständig gesperrt werden, was eine genaue Koordination der Schwertransporte auf engstem Raum erforderte. 

Die Krane mussten mehrfach zwischen Straßenniveau und Neckarufer umgesetzt werden, wobei steile Zufahrten präzise befahren werden mussten. 

Eine Just-in-Time-Logistik sorgte dafür, dass Brückensegmente und Kranballast exakt nach Montagefortschritt angeliefert wurden, um Standzeiten zu vermeiden. 

Die kritische Phase im Juni 2010 umfasste den Aufbau der Krane, den Pylon-Hub und die Tandemhubs der Fahrbahnsegmente, die teilweise im 24-Stunden-Betrieb durchgeführt wurden. 

Auch das Auslegen und Befestigen der Schrägseile, teils mit Unterstützung eines Faun ATF 45-3 und Gabelstapler zum Abrollen der Seile, erforderte höchste Präzision und Koordination.