In der Nacht von Sonntag auf Montag wurde im südlichen Gleisvorfeld des Schwetzinger Bahnhofs ein seit Jahren abgestellter,
stark beschädigter Bahndienst‑Triebwagen geborgen.
Das Fahrzeug, das einst über eine Schutzweiche ins Schotterbett geraten war und dort ohne Schienenunterlage verblieb,
musste für die endgültige Entsorgung aus dem Gleisbereich gehoben werden.
Für die anspruchsvolle Bergung kam ein Liebherr LTM 1250 zum Einsatz, dessen Ballast am Abend aufgebaut wurde.
Um den Kran sicher positionieren zu können, wurden Leitplanken demontiert,
eine mobile Baustraße eingerichtet und der gesamte Bereich zwischen Bahnhof und Südtangente für Fußgänger und Radfahrer gesperrt.
Die Deutsche Bahn schaltete nach Mitternacht den Oberleitungsstrom ab, um einen sicheren Arbeitsraum zu gewährleisten.
Vor Ort unterstützten das THW Ludwigshafen mit leistungsstarker Einsatzbeleuchtung sowie der DB‑Servicezug „Netz Notfall Technik“.
Die Schlosserei Fechner übernahm die Sicherung des Fahrzeugs und entfernte verwertbare Teile, bevor der eigentliche Hub beginnen konnte.
Zahlreiche Komponenten auf dem Dach mussten zunächst demontiert werden; anschließend kamen Schneidbrenner zum Einsatz,
um verbliebene Hindernisse zu entfernen.
Gegen Mitternacht war der Triebwagen vorbereitet:
auf hydraulischen Stützen, vollständig freigeschnitten und bereit für den Hub.
Der LTM 1250 fuhr seine Teleskopsektionen aus, der Triebwagen wurde angeschlagen –
und hob sich kurz darauf langsam aus dem Schotterbett.
In einem präzise geführten Nachtflug wurde das tonnenschwere Fahrzeug sicher auf den bereitstehenden Tieflader umgesetzt.
Am frühen Montagmorgen, rechtzeitig vor Wiederaufnahme des regulären Bahnverkehrs um 5:22 Uhr, war die Bergung abgeschlossen.
Der Tieflader brachte den Triebwagen anschließend zu einem Entsorgungsunternehmen in Heidelberg.
Ein Einsatz, der zeigt:
Koordination, Technik und Teamarbeit sind entscheidend, wenn historische Altlasten aus sensiblen Bahnabschnitten entfernt werden müssen.